Haus Nimeth

Umbau
Ort: Ried im Innkreis, Oberösterreich
Bauzeit: 2009 - 2013
Bauherr/in: Ing. Birgit Mayr


Das Wohn- und Geschäftshaus Nimeth zählt zu den ältesten Gebäuden der Stadt und ist urkundlich seit 1598 belegt. Ursprünglich handelte es sich um zwei 45 m tiefe Parzellen mit einem Vorderhaus zum Hauptplatz, einem großen Innenhof  und einem Hinterhaus zur Kirchengasse, im Erdgeschoß über ein Durchhaus erschlossen und darüber mit Laubengängen verbunden. Ab 1900 fand ein sukzessives Bebauen des Hofes statt. Zum Zeitpunkt des Kaufs durch Frau Birgit Mayr 2009 belichteten drei winzige Lichthöfe ein viergeschossiges Volumen so mangelhaft, dass bis auf die Geschäftsräume im Erdgeschoß das Gebäude völlig leer stand.
Dem Bestreben der Bauherrin, einen attraktiven Wohnort zu gestalten und den historischen Rieder Stadtkern zu beleben, folgte ein Entwurf, der einen entschiedenen Abbau der verdichteten Struktur und die Wiederherstellung eines zentralen Hofes mit umliegenden Laubengängen vorsah. 12 Wohnungen, mit 60 bis 180 m2, sind mit Loggien, Terrassen oder Gärten ausgestattet. Von einem der beiden ursprünglichen Durchhäuser führen zwei Stiegen - eine davon denkmalgeschützt- und ein Lift in die oberen Stockwerke. Im ersten Stock des Hauses befindet sich eine mit der Kirchengasse über eine Auffahrt verbundene Garage. Ried ist in einem Sumpfgebiet errichtet und die Errichtung einer Tiefgarage kaum möglich. An den über der Garage liegenden Hof schließen 5 Wohnungen an, ein Muster, welches im 3. Obergeschoß fortgesetzt wird. Drei Maisonette Wohnungen stufen sich mit ihren großzügigen Terrassen zugunsten einer besseren Belichtung des Hofes zur Kirchengasse hin ab.
Der Umbau war nicht nur in Bezug auf Denkmalschutz und einer sensiblen Adaption der über vierhundert Jahre alten Substanz an zeitgemäße Wohnbedürfnisse eine Herausforderung. Auch statische Grenzen wurden ausgereizt. Durch den Einsatz vorgefertigter Stahlbetonrippendecken gelang es, das Gewicht der Vorgängerdecken nicht zu überschreiten und gleichzeitig dem Gebäude ein durchgehendes, gestalterisches Element gleich einem gewobenen Teppich über alle Stockwerke zu geben.